Öldruck und Öldruckprobleme

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Generell gilt: Probleme mit dem Öldruck bitte nie auf die leichte Schulter nehmen und einfach weiter fahren bis was schlimmeres passiert! Man riskiert dabei schlichtweg einen Motorschaden. Es hat schon seinen Grund warum die Öldruckleuchte im Tacho auch als "Sofort-Motor-ausmachen-Leuchte" bezeichnet wird.


Funktionsweise der Öldruckkontrolle

Die Öldruckkontrolle im Cabrio besteht aus drei Bauteilen: ein Öldruckschalter 0,3 bar (sitzt an der Seite des Zylinderkopfs), ein Öldruckschalter 1,8 bar (sitzt auf dem Ölfilterflansch) und dem Öldruckkontrollgerät (sitzt auf einer kleinen Platine direkt hinter dem Ziffernblatt im Tacho).

Das Öldruckkontrollgerät funktioniert zweistufig:

  • Die erste Stufe (nur das Öllämpchen im Tacho blinkt) meldet sich generell wenn der Öldruck unter 0,3 bar fällt. Also zum Beispiel auch wenn nur die Zündung an ist und Motor sich nicht dreht => 0 Bar Öldruck.
  • Die zweite Stufe (Blinken und Summen) geht an, wenn ab 2150U/min der Öldruck geringer als 1,8 bar ist. Das ist dann schon sehr kritisch für den Motor.


Ursachen für zu geringen Öldruck

Zu geringer Öldruck kann im Allgemeinen folgende Ursachen haben:

  • Falsches Öl: zu dünnflüssiges Öl kann eine Ursache sein. Manche Leute glauben mit teurem, synthetischem Öl (z.B. 5W40 oder gar 0W40) ihrem Motor etwas gutes zu tun - weit gefehlt! Unsere Motoren im Cabrio wurden für dickflüssiges 15W40 Öl gebaut. Daher ist es ratsam lieber ein gutes 10W40 oder 15W40 Öl zu nehmen - das ist wesentlich billiger und gesünder für den Motor!
  • Öldruckschalter defekt: Es kommt häufig vor daß einer oder beide Öldruckschalter kaputt gehen. Dann bekommt das Öldruckkontrollgerät falsche oder keine Signale mehr geliefert und gibt falschen Alarm.
  • Ölpumpe defekt: hin und wieder kommt es vor daß die Ölpumpe im Motor nicht mehr genug Druck aufbauen kann weil sie verschlissen ist. Kommt vor, ist aber eher seltener der Fall.
  • Öldruckkontrollgerät defekt: Ist auf der Platine hinter dem Tachometer das Öldruckkontrollgerät defekt, dann können Warnlämpchen und Summer auch an angehen obwohl die Öldruckschalter korrekte Werte liefern und der Öldruck in Wirklichkeit in Ordnung ist. Kommt ebenfalls eher selten vor, ist aber eine mögliche Fehlerquelle.
  • Lagerschaden: Wenn die Motorlager beschädigt oder abgedreht sind (z.B. durch Missachtung der Öldruckwarnungen) dann spricht man bereits von einem Motorschaden. Die Lager lassen dann zu viel Öl außerhalb des Ölkreislaufs durch und es kann nicht mehr genug Öldruck aufgebaut werden.


Vorgehensweise wenn das Öldrucklämpchen leuchtet und/oder der Ölwarnsummer an geht

Die folgenden Lösungsschritte wurden von günstig nach teuer sortiert, und mit etwas Glück ist das Problem ohne großen finanziellen Aufwand behoben:


  • Schritt 0: sicher stellen daß man das richtige Öl fährt (siehe oben). Wenn man sich nicht sicher ist dann lieber einen Ölwechsel zu viel machen als einen zu wenig!


  • Schritt 1: Beide Öldruckschalter austauschen (bitte keine gebrauchten nehmen, Öldruckschalter immer neu kaufen!) - diese kosten nur wenige EUR


  • Schritt 2: Wenn das Problem danach immer noch besteht muss unbedingt der Öldruck nachgemessen werden! Das macht die freundliche Werkstatt von nebenan für kleines Geld. Man kann den Öldruck aber auch selbst nachmessen, dazu gibt es zwei Möglichkeiten:
    • Man holt sich ein Heizungsmanometer aus dem nächsten Baumarkt (kostet keine 10,-) und schraubt es anstatt des Öldruckschalters am Zylinderkopf rein und misst den Öldruck selbst nach. Die meisten Heizungsmanometer haben allerdings ein 1/4"-Gewinde, der Einlass am Zylinderkopf hat aber ein M10x1-Gewinde sodaß man hier in der Regel noch einen passenden Gewindeadapter braucht
    • Man kann sich aber auch gleich einen Öldrucktester mit passendem Gewinde kaufen. Unter dem Suchbegriff "Öldrucktester" finden sich bei eBay Angebote ab ca. 25,-
      • Öldruck Sollwerte: im Leerlauf bei warmem Motor muss der Öldruck über 0,3 bar liegen, und bei 2150 U/min immer über 1,8 bar (auch bei warmem Motor / heißem Öl)


  • Schritt 3a: Was tun wenn der Öldruck nach dem Messen tatsächlich zu schlecht ist:
    • Öl ablassen und Ölwanne abmontieren. Das alte Öl auf Metallteile/Späne kontrollieren. Dazu einfach das Altöl durch einen Filter beim Ablassen laufen lassen. Auch die Ölwanne sollte man nach dem Abbauen in Augenschein nehmen. Sind dort bereits Metallteile zu finden dann kann man schon fast sicher von einem Lagerschaden ausgehen - in diesem Fall steht dann leider eine Motorüberholung an
    • Ölpumpensieb kontrollieren! Oft setzt sich das mit Schmodder zu. Ist das der Fall muss man es reinigen oder erneuern, und hat mit großer Wahrscheinlichkeit die Ursache gefunden und beseitigt
    • Ist das alte Öl frei von Metallteilen, war das Sieb frei und waren auch in der Ölwanne keine Metallteile zu finden, dann hat man noch eine Chance den Öldruck durch Austausch der Ölpumpe wieder in den Griff zu bekommen (ca. 40,-). Dabei sollte man auch gleich die Ölwannendichtung erneuern (ca 10,-).
      • GANZ WICHTIG: nach dem Austausch der Ölpumpe muss vor dem ersten Motorstart die Ölpumpe von außen angedreht werden. Dazu nimmt man den Verteiler ab und dreht die Ölpumpenwelle mit einem Akkuschrauber durch bis das Öl gespritzt kommt. Wenn man das nicht macht bleibt der Öldruck sonst auf null trotz neuer Ölpumpe!


  • Schritt 3b: Was tun wenn der Öldruck nach dem Messen OK ist aber das Öldruckkontrollgerät immer noch summt und blinkt:
    • Als erstes sind beide Leitungen der Öldruckschalter auf Durchgang zu kontrollieren:
      • Dazu stellt man ein Multimeter auf Widerstandsmessung oder Diodentest und setzt eine Prüfspitze an den Stecker des 0,3bar Öldruckschalters und die andere Prüfspitze an den Pin 11 des Tachosteckers. Besteht Durchgang ist die Leitung in Ordnung, ansonsten liegt ein Kabelbruch vor der beseitigt werden muss. Das gleiche macht man auch mit dem 1,8bar Öldruckschalter, hier ist Pin 9 am Tachostecker die Gegenstelle.
    • Wenn die Leitungen in Ordnung sind, muss das Öldruckkontrollgerät ersetzt werden. Das sitzt direkt hinter dem Tachoblatt auf einer L-förmigen Platine. Man kann aber auch gleich den ganzen Tacho tauschen (ca. 80-100 EUR).
  • Schritt 3c: Wenn 3a und 3b durchgeführt wurden und trotzdem keine Besserung eintritt, dann dürfte es bereits zu spät sein und man hat sich einen Lagerschaden eingefangen. Dann steht ein neuer Motor oder eine komplette Überholung durch einen Motorinstandsetzer an.


Selbstredend darf man auf keinen Fall mehr mit dem Auto fahren bis das Öldruckproblem gelöst ist, denn sonst wird man mit hoher Sicherheit in Kürze einen Motorschaden haben.

Referenzen & Weblinks:

--Powered by Onestone -> Artificial intelligence is no replacement for natural stupidity. 23:06, 29. Okt. 2010 (CEST)