Thermostat wechseln

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Dieser Artikel betrifft:
Modell: alle
Motor: alle
Baujahr: alle
Sonstiges: -

Benötigte Teile:

  • Thermostat: 044 121 113
  • Dichtring: 038 121 119 B
  • Optional neuen Stutzen

Ich empfehle alle Arbeitsschritte bei abgekühlten Motor vorzunehmen. Verbrühungsgefahr!

Um den Thermostat entfernen zu können, muss man den Stutzen auf der Wasserpumpe entfernen, direkt darunter sitzt der Thermostat. Leider hört sich das leichter an als es ist. Um den (wie der Stutzen in vielen Erklärungen auch genannt wird) Deckel oder Flansch zu entfernen muss man die Servopumpe lockern und deren Halterung entfernen.

Wenn keine Bühne oder Grube vorhanden ist, den Wagen vorne rechts aufbocken.

ACHTUNG: auf sicheren Stand achten, weiter darauf achten, dass beim Anheben der Schweller nicht beschädigt wird.

Für jene welche nicht wissen wo die Wasserpumpe überhaupt sitzt, man nehme den Kühlerschlauch, der in Fahrtrichtung an der rechten unteren Ecke des Kühlers sitzt (siehe Bild 1). Man folge ihn bis zum anderen Ende. Hier wird der Kühlerschlauch vom Wasserpumpenflansch getrennt (siehe Bild 2).

ACHTUNG: Vor allem bei warmem Motor! Hier tritt mit 99,9%iger Wahrscheinlichkeit Kühlwasser aus, Verbrühungsgefahr!

Wenn dem nicht so ist, würde ich den Einbau des Thermostates abbrechen, und den Thermostat für das neue Cabrio aufheben.

Tipp: Ich empfehle hier gleich den Kühlkreislauf mit zu reinigen: Motorspülung / Kühlwasser komplett wechseln Nach dem Wechsel des Thermostates und der Dichteprüfung empfehle ich 2x1,5 Liter G12 G 012A8GM1 einzufüllen und den Rest mit Wasser aufzufüllen.

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Thermostat02.jpg


Nun kann man den Keilriemen auf welcher die Servopumpe sitzt lockern. Für den ersten Schritt muss man folgenden Schrauben lockern:

Thermostat03.jpg


Für den zweiten Schritt löst man zunächst einmal die Schrauben 2 und 3 aus Bild 4. Diese können im Normalfall problemlos entfernt werden. Dasselbe gilt für Schraube 1, deren Position in Bild 4 dargestellt ist. Im Bild ist die Schraube nicht mehr vorhanden.

Thermostat04.jpg


Nun muss man die gleiche Schraube (Schraube 4 in Bild 4 nicht sichtbar), genau über Schraube 1 angeordnet, noch einmal entfernen. Diese Schraube ist allerdings etwas schwer zu finden. Sie liegt unter dem schwarzen Flansch, die Achse der Schraube ist parallel zur Achse des Flansches, also über den Alu-Halter der Servopumpe. Um diese zu öffnen muss man mit einer Nuss auf einer Verlängerung zwischen Halterung und Flansch den besagten Schraubenkopf einfädeln. Dies ist noch einmal in Bild 5 dargestellt, hier in Verlängerung des Pfeils sitzt der Schrauben:

Thermostat05.jpg


Der nächste Schritt ist die sehr lange Schraube im Drehpunkt der Servopumpenhalterung zu lösen. Dies geschieht von oben. Erst Mutter 1 in Bild 6 dargestellt lösen, und dann Das stehen bleibende Gewinde so weit wie möglich vorsichtig in Richtung Schraube 2 klopfen. Wenn das Gewinde auf der einen Seite verschwunden ist, am besten mit einem Schraubenschlüssel der eine kleinere Schlüsselweite hat, als der Schraubenkopf hinter den Kopf einfädeln, und mit einem Hammer vorsichtig aus der Bohrung klopfen.

Thermostat06.jpg


Jetzt sollte sich die Alu-Halterung der Servopumpe lösen lassen. Wenn diese entfernt ist, kann man die beiden in Bild 7 dargestellten Schrauben lösen und den Flansch abziehen. Direkt darunter befinden sich der Thermostat und die Dichtung. Das Thermostat kann nach unten herausgezogen werden, es kann vorkommen, dass dieses etwas fest sitzt. Ist dies der Fall, kann man ganz vorsichtige mit einen Schraubenziehen unten durch den Käfig des Thermostates fahren und in heraushebeln. Achtung: hier wird vermutlich wieder, das sich in der Wasserpumpe befindliche, Wasser abfliesen, also rechtzeitig in Sicherheit bringen. Verbrühungsgefahr!

Thermostat07.jpg


Nun ist der neune Thermostat einzusetzen, davor eventuell noch die Auflage an der Wasserpumpe reinigen. Wenn der Thermostat eingesetzt ist, die Dichtung in den Flansch, in die dafür vorgesehene O-Ring-Nut legen und den Flansch wieder aufschrauben. NM? Teilweise sind die Flansche, die ja offensichtlich aus Kunststoff bestehen, schon brüchig und oder porös. Ist dies der Fall empfehle ich den Flansch gegen einen Neuen zu tauschen, da das System sonst nicht mehr dicht werden wird.

Der Zusammenbau erfolgt Sinngemäß in umgekehrter Reihenfolge.

Tipp: Beim aufschieben des Kühlerschlauches kann man den Finger ganz leicht mit Öl befilmen und dann über die Innenseite des Kühlerschlauches ziehen. Damit lässt sich der Schlauch schön auf den Flansch aufschieben. Weiters habe ich die Klemmschellen gegen Schraubschellen getauscht. Da diese aber meist etwas schmäler sind, habe ich sehr große genommen, damit der Querschnitt auch etwas größer ist. In meinem Fall 40-60mm Schellen. Diese lassen sich auch bei weitem leichter öffnen.

Wenn nun alles wieder zusammengebaut ist, kann man das System mit Wasser befüllen und den Motor warmlaufen lassen. Achtung, sollte der Motor warm sein, kein kaltes Wasser nachfüllen. Dabei kann es zu Rissen im Motorblock aufgrund der Wärmedehnung führen. Beim Warmlaufen lassen den Deckel vom Ausgleichsbehälter nicht schließen. Da sich das Kühlsystem erst entlüften muss, kann es vorkommen, dass man noch etwas nachfüllen muss. Es ist dabei zu raten den Heizungsregler auf die wärmste Stellung zu stellen und das Gebläse aus zu schalten. Dies dient dazu um auch den Heizungskreislauf zu öffnen und zu entlüften.

Wenn nun keine Luftblasen mehr aus dem Ausgleichsbehälter aufsteigen kann man den Deckel schließen. Wenn nicht gerade Winter ist, empfehle ich das System einige Tage mit Wasser befüllt zu lassen, um eventuelle auftretende Lecklage festzustellen. Wenn alles dicht ist den in Bild 8 gezeigten Kühlerschlauch abziehen, und Wasser auslassen. Achtung, das Wasser kann beim warmen Motor heiß sein. Verbrühungsgefahr! Weiters kann es beim warmen Motor unter Druck stehen und beim Abziehen spritzen. Soweit als möglich die abgelassene Kühlerflüssigkeit auffangen und Umweltgerecht entsorgen.

Thermostat08.jpg


Nun kann geeignete Kühlerflüssigkeit eingefüllt werden, diese ist notwendig um im Winter ein Frieren des Kühlmittels zu verhindern und über das gesamte Jahr den Motor vor Korrosion zu schützen. Ich empfehle das G12 von VW, da dies im Gegensatz zu vielen Baumarktprodukten die Materialien im Motor nicht angreift und auch nicht um vieles teurer ist.


Referenzen & Weblinks

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